Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist eine Methode, mit der man einen Embryo in seiner sehr frühen Entwicklung zum Menschen hin spezifisch untersuchen kann.
Ziel ist kein ‚Screening’, das heißt, ein komplettes ‚Durchleuchten’ auf alle möglichen Erkrankungen, so wie es oft fälschlich dargestellt wird, sondern nachzuweisen, das der eine untersuchte Embryo einen ganz bestimmten - bereits bekannten - Defekt nicht trägt.
Die PID ist also explizit eine Methode für das (gesunde) Leben, nicht zur Selektion von Leben!
Sie wird mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland folgendermaßen durchgeführt werden:
- sie ist NUR möglich, nach vorheriger Anwendung einer extrakorporalen Befruchtung, also einer IVF oder ICSI.
- sie wird NUR angewendet werden, wenn es in der Familie bereits eine schwerwiegende Erbkrankheit gibt, bzw. diese bekannt ist. D.h. man muss wissen, nach welchem Defekt genau man im entstandenen Embryo suchen muss. Es muss daher auch bekannt sein, wo, d.h. auf welchem Chromosom man suchen muss.
- es wird NUR Trophektodermbiopsien zur Gewinnung von embryonalen Zellen geben, da nur so pluripotente und nicht totipotente Zellen benutzt werden.
- Trophektodermbiopsien werden am 5. Tag der Embryoalentwicklung durchgeführt.

- Blastomerenbiopsien werden aus der Blastozyste bereits am 3. Tag der Embryonalentwicklung vorgenommen – zu diesem Zeitpunkt sind die Zellen noch totipotent, d.h., es kann aus ihnen noch einmal wieder ein ganzer Mensch entstehen, dies ist durch das Embryonenschutz-Gesetz (EschG) verboten.
- die Methode ist sehr aufwändig.
- derzeit wird zur Identifizierung des Defektes eine so genannte FISH-Technik (Floureszens in situ Hybridisierung) angewendet, die mit einem 5-7%igem Risiko einer Fehldiagnose behaftet ist.
- die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Methode nicht.
- sie wird nicht an jedem Kinderwunschzentrum durchführbar sein.












