IUI

(I)ntra-(U)terine-(I)nsemination

Die IUI ist eine wenig belastende und in aller Regel schmerzfreie Behandlungsmethode, bei der das aufbereitete (d.h., das gewaschene und konzentrierte) Sperma des Mannes mit einem speziellen Katheter direkt in die Gebärmutter der Frau eingespült wird.

Im Allgemeinen wird unter der IUI die 'homologe Insemination' verstanden, bei der das Sperma des Ehe-Partners verwendet wird.
Daneben gibt es aber auch die 'heterologe Insemination', bei der das Sperma eines Samenspenders Verwendung findet.

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©Ferring
Es wird unterschieden zwischen einer Insemination ohne Stimulation und mit Stimulation.

Nur bei der Insemination mit Stimulation ist es nötig, die Eizellreifung bei der Frau durch tägliche Injektionen (s. Medikamente) anzuregen. Dabei ist es das Ziel, 1 bis 2 Eizellen zur Reifung zu bringen. Gegebenenfalls wird auch der Eisprung durch eine Auslösungsspritze bestimmt, um die größten Erfolgsaussichten zu haben und auch eine Stützung der Gelbkörperphase ist nur in augesuchten Fällen vorteilhaft und nicht immer notwendig.

Vielfach ist aber auch die Insemination im so genannten Spontanzyklus erfolgversprechend.

Verbesserung der Schwangerschafts-Aussicht bei IUI

Eine einfache Maßnahme kann in der Reproduktionsmedizin manchmal mehr bewirken als ausgeklügelte Therapien. Nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im Britischen Ärzteblatt BMJ (2009; 339: b4080) verbesserte eine 15-minütige Immobilisierung die Erfolgsrate nach intrauteriner Insemination.

Spermien, die über einen Katheter in den Uterus injiziert werden, benötigen mehrere Minuten, um sich zu orientieren und den Weg in Richtung Eileiter zu finden, wo (nach ovarieller Hyperstimulation nicht selten mehrere) Eizellen zur Befruchtung bereit stehen. Ob die Spermien den richtigen Weg finden, scheint auch von der Lage des mütterlichen Körpers abzuhängen.

Schon in einer früheren, allerdings kleinen Studie konnte die Schwangerschaftsrate von 4 auf 13 Prozent gesteigert werden, wenn die Frau nach der intrauterinen Insemination für zehn Minuten in liegender Position verharrte. Dieses erstaunliche Ergebnis überzeugte nicht alle Repromediziner. Viele verwiesen auf die damit einhergehenden Behinderungen im Praxisablauf.
Doch die gründlichere Untersuchung von Inge Custers vom Academisch Medisch Centrum in Amsterdam und Mitarbeitern bestätigt jetzt die Resultate der früheren Studie. Eine Gruppe von 199 Frauen im Alter von 18 bis 43 Jahren wurden gebeten, nach dem Abschluss der intrauterinen Insemination jeweils noch 15 Minuten liegen zu bleiben, während die andere Gruppe von 192 gleichaltrigen Frauen gebeten wurde aufzustehen und herumzugehen.

Die Unterschiede waren zwar nicht so groß wie in der früheren Studie, der Verzicht auf eine sofortige Mobilisierung steigerte jedoch die Schwangerschaftsrate pro Zyklus von 18 auf 27 Prozent. Auch der Anteil der Behandlungen, der zur Geburt eines Kindes führte, wurde von 17 auf 27 Prozent erhöht. Die Studie hat nach Angabe der Autoren bereits dazu geführt, dass in den Niederlanden allen Frauen nach der Behandlung eine viertelstündige Ruhepause gegönnt wird. © rme/aerzteblatt.de

Nach einer neuerern Studie aus dem Jahre 2016 sind diese Ergebnisse aber wieder in Frage gestellt worden - nun konnte kein Vorteil duch das Liegenbleiben mehr gesehen werden...