GRANOZYTE

Unterstützung zur Implantation oder
bei sehr flachem Endometrium

Granocyte 13M® (Lenograstim, granulozytenstimulierender Faktor (G-CSF)) ist ein Medikament zur Stimulation der Granulopoese (Stimulation der weißen Blutkörperchen (Körperabwehrzellen)).

Es wird vorwiegend in der Onkologie (Tumorbehandlung) eingesetzt zur Unterstützung der Körperabwehr während einer Chemotherapie, oder vor einer Stammzellgewinnung.

Im Rahmen dieses Einsatz fiel auf, das sich auch die natürlichen Killerzellen im Blut vermindern.
Natürliche Killerzellen scheinen auch eine bedeutende Rolle für die Implantation eines Embryos in die Gebärmutterschleimhaut zu haben.

Bei IVF-SAAR Saarbrücken-Kaiserslautern gibt es zwei mögliche Anwendungsbereiche:

Besteht der Verdacht auf ein immunologisch bedingtes Implantationsversagen (z.B. durch Nachweis in der erweiterten Diagnostik), oder es besteht eine habituelle Abortneigung (mehr als 3 Frühaborte ohne fortlaufende SS), so könnte das Medikament Granocyte 13M® vor allem im Rahmen einer extrakorporalen Befruchtung (IVF oder ICSI oder Auftauzyklus), aber auch bei laufender SS zum Einsatz kommen.

Bisherige Daten in Studien lassen einen positiven Effekt vermuten, wenn Granocyte 13M ® ab dem Tag des Embryotransfers beginnend alle 3 Tage subkutan appliziert wird oder ab nachweislich positivem SS-Test. Die Dauer der Verabreichung sollte bei positivem SS-Test bis Ende der 12. SSW beibehalten werden.
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Daneben konnten Beobachtungen zeigen, dass der Einsatz von Granocyte 13M® auch die Präsenz von uterinen natürlichen Killerzellen senken kann, die möglicherweise für ein Einnistungsproblem verantwortlich sind.

Klinische Erfahrungen zeigen, dass Schwangerschaften überwiegend dann eintreten, wenn das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) eine Dicke von wenigstens 7 mm erreicht.
0,6-0,8 % aller Patienten erreichen diese Schleimhauthöhe zum Zeitpunkt einer Embryo-Einnistung nicht.

Bisherige Daten in Studien lassen einen positiven lokalen Effekt auf das Schleimhautwachstum vermuten, wenn Granocyte 13M ® ca. 5 – 7 Tage vor dem Embryo-Transfer (1x ist ein Abstand von 2 Tagen vor dem ET dokumentiert) im frischen, oder Kryo-Zyklus langsam in die Gebärmutterhöhle mit einem dünnen Katheter instilliert wird.
instillation
©Ferring

Weitere Studien haben allerdings gezeigt, dass eine
‚blinde‘ Anwendung
durchweg bei allen IVF-Patienten zur Verbesserung der SS-Raten keinerlei Vorteil bringt.

Eine Anwendung verbietet sich bei bekannter Leukozytose (zu viele weiße Blutkörperchen im Blut >50.000)!
In seltenen Fällen (>0.01% und <0.1%) wurden pulmonale Nebenwirkungen, insbesondere eine interstitielle Pneumonie, nach s.c. Verabreichung von granulozytenstimulierenden Faktoren (G-CSFs) berichtet.

Negative Auswirkungen bei laufender SS sind bisher nicht bekannt geworden.

Kopfschmerzen, Mattigkeit, Knochenschmerzen und Rückenschmerzen (grippeähnliche Symptome) können nur dann typische Symptome sein, wenn das Mittel wiederholt systemisch angewendet wird.