Allgemeines

"Erfolgszahlen"

Mit "Erfolgszahlen" ist das so eine Sache!

Klar ist: kein Patient kann sie überprüfen! Kontrollinstanzen, die dann abmahnen und richtig stellen, gibt es nicht. Auch braucht bisher niemand in Deutschland mit Konsequenzen zu rechnen, wenn er – gut sichtbar – Zahlen auf der Homepage präsentiert, die scheinbar jeden Rahmen sprengen.

Wie würden Sie reagieren, wenn der Zinsmarkt max. 3,5% Rendite hergibt, Ihnen aber jemand eine Anlage mit 10% Rendite anpreist? Viele, die gieriger waren, als ihnen der Verstand Grenzen gesetzt hatte, haben schließlich ihren Einsatz verloren.

Skeptisch sollte man also immer dann werden, wenn Vergleiche präsentiert werden.

Nicht umsonst ist es untersagt, so genannte vergleichende Werbung zu machen. U.a. wurde einem Professor Zech in Österreich mittlerweile unter Androhung eines Strafgeldes von 250.000 € bei Zuwiderhandlung untersagt, zu behaupten, seine SS-Raten seien doppelt so hoch wie in Deutschland. Behauptet wurde dies aber unverdrossen über viele Jahre hinweg und so mancher Patient hat völlig unnötige Mühen und Kosten auf sich genommen.

Wenn Sie schon vergleichen, dann sollten Sie die Zahlen des Deutschen IVF-Registers (DIR) heranziehen, das immerhin -zigtausende von Einzelbahndlungen des ganzen Landes berücksichtigt und z.B. im letzen Jahresbericht 2010 / Seite 22 nachschauen, in dem prospektiv (d.h. 'vorausschauend', nicht 'rückwirkend') die Daten von allen IVF-Zentren in Deutschland erhoben werden.
Vorausschauend heißt, dass Patienten zum Beginn einer Behandlung in ein Computerprogramm aufgenommen werden und dann nicht mehr herauszulöschen sind, egal, wie die Behandlung ausgeht. Wir sagen dazu, dass dies 'valide' = wirksame Daten sind.

Seien Sie also nicht überrascht, wenn Sie eine auffällige Diskrepanz zwischen den vermeintlichen "Erfolgszahlen" einiger - auch deutscher - IVF-Zentren und den tatsächlichen flächendeckenden Ergebnissen in ganz Deutschland feststellen!

Lesen Sie selbst, welche Kommentare zu diesem Thema in diversen Internetforen abgegeben werden (Zitate):

  • „Positiv stimmen mich die guten Erfolgszahlen in ......, im letzten Halbjahr waren ja 46% der Versuche positiv!!!“
  •  „Ich denke, ...... hat recht - das sind in erster Linie die Zahlen, mit denen geworben wird . Mir hat eine Klinik in ....... mit Erfolgsquoten von 70 % auch erstmal den Mund wässrig gemacht, bis ich hinterfragt habe, welche Berechnungen da zugrunde liegen und wenn am Ende die 70 % nur von den Frauen gerechnet werden, die bis zum Transfer kommen, dann ist die Quote klar, aber es sind keine 70 % von den 100 %, die die Behandlung beginnen!“
  • „Vorsicht bei solchen enormen Erfolgszahlen - in ...... sind sie damit schnell bei der Hand und nehmen die Flocken und am Ende bist Du nicht weiter als vorher. Lass Dir die Zahlen und Quoten auch einmal von einer Einrichtung erklären, die ans IVF-Register angeschlossen ist und dann kannst Du diese tollen Zahlen bei den Kliniken auch gut einordnen und hinterfragen."

Und GANZ wichtig und sofort an den Kurven zu erkennen: das Alter der Frau spielt eine entscheidenden Rolle, d.h. das biologische Alter, das vorgibt, dass, je älter die Frau ist, um so geringer die resultierende Schwangerschaftsrate zu erwarten ist.

Sehr wichtig ist auch die kontrollierte Anzahl von Embryonen, die transferiert werden, um eine Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden: 38-39-Anzahl-Zellen-ET.png 

So sollten bei Patientinnen, die zwischen 38 und 39 Jahren alt sind, nur maximal 2 Embryonen transferiert werden, denn bei einem Transfer von 3 Embryonen steigt nicht die SS-Rate an sich, wohl aber die Zwillingsschwangerschaftsrate!

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Genau umgekehrt verhält es sich bei Patientinnen oberhalb von 39 Jahren: hier sollten, wenn möglich 3 Embryonen zurückgestzt werden, denn dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der SS-Rate ohne wesentlich erhöhtes Zwillingsschwangerschaftsrisiko!

Die individuelle Chance auf eine SS ergibt sich aber erst nach genauer Analyse der weiblichen, wie auch männlichen Fruchtbarkeit.

Hier nun finden Sie u.a. unsere aktuellen Zahlen für IVF + ICSI - aufgeteilt nach Altersgruppen. Zudem eine Übersicht des Durchschnittsalters der Patienten in den vergangenen 11 Jahren, wenn sie zur Punktion kommen.

Bemerkenswert ist, dass es uns durch sehr spezifische, patientenbezogene 'Maßanzüge' für jeden Einzelnen gelungen ist, trotz steigenden Alters des Einzelnen die SS-Raten über einen langen Zeitraum kontinuierlich sogar noch zu steigern!